Wenn Mauke nicht die Ursache ist
Hartnäckige Hautveränderungen an den Pferdebeinen werden häufig vorschnell als Mauke behandelt. Doch wenn Salben, Waschungen und Parasitenmittel keine Besserung bringen, kann eine Vaskulitis dahinterstecken – eine entzündliche Erkrankung der Blutgefässe, die vor allem die unteren Gliedmassen betrifft.
Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine tierärztliche Diagnose oder Behandlung!
Was ist Vaskulitis beim Pferd?
Vaskulitis bezeichnet eine Entzündung der Blutgefässe in der Haut. Dabei reagiert das Immunsystem übermässig, wodurch Gefässwände geschädigt werden. Die Folge ist eine gestörte Durchblutung mit:
Schwellungen
Entzündungen
schlecht heilenden Wunden
schmerzhaften Hautveränderungen
Häufig handelt es sich um eine immunvermittelte Form, die besonders an den Beinen sichtbar wird.
Mögliche Ursachen und Auslöser
Die genaue Ursache ist oft nicht eindeutig feststellbar. Mögliche Auslöser können sein:
Immunreaktionen
bakterielle Infektionen
Medikamente oder allergische Reaktionen
Photosensibilität (Lichtüberempfindlichkeit)
genetische Veranlagung oder Umweltfaktoren
Besonders bei Pferden mit weissen Abzeichen tritt die Erkrankung häufiger auf.
Photosensibilität als möglicher Mitfaktor
Photosensibilität ist eine übermässige Hautreaktion auf UV-Strahlung. Sie betrifft vor allem unpigmentierte Haut und kann Entzündungen verstärken oder Hautprobleme begünstigen.
Mögliche Auslöser von Photosensibilität
photosensibilisierende Pflanzen (z. B. Johanniskraut, Luzerne, Riesen- oder Wiesen-Bärenklau)
Leberbelastung oder Stoffwechselstörungen
bestimmte Medikamente oder Futtermittel
Photosensibilität kann Hautreaktionen verstärken und sollte bei hartnäckigen Hautproblemen immer mitgedacht werden.
Symptome
Die Symptome von Vaskulitis bei Pferden können variieren, abhängig von der Schwere der Erkrankung und den betroffenen Bereichen. Häufige Anzeichen sind:
Nässende, krustige Hautstellen. Es betrifft meistens nur die weissen Stellen an den Beinen.
- Wärme oder Empfindlichkeit in den betroffenen Bereichen
Schwellungen (Ödeme) oder Verhärtungen in den Beinen
Rauhe, verdickte Haut bei chronischem Verlauf
Schmerzempfindlichkeit oder Lahmheit
Verschlechterung bei bestimmten Futterbestandteilen oder Pflanzen
verzögerte Wundheilung
Lichtempfindlichkeit an weisser Haut
Oft sind vor allem untere Gliedmassen mit unpigmentierter Haut betroffen.
Unterschied zwischen Mauke und Vaskulitis
Merkmal
Ursache
Heilungsverlauf
Schmerz
Lokalisation
Reaktion auf Standardbehandlung
Mauke
Feuchtigkeit, Keime
meist gut behandelbar
mild–mittel
Fesselbeuge
meist positiv
Vaskulitis
Immunreaktion
oft langwieriger
häufig stärker
häufig weisse Hautbereiche
oft unzureichend
Wenn Mauke-Behandlungen keine Wirkung zeigen, sollte eine tierärztliche Abklärung erfolgen.
Diagnose durch den Tierarzt
Eine sichere Diagnose ist nur durch tierärztliche Untersuchung möglich. Mögliche diagnostische Schritte:
Hautuntersuchung und Abstriche
Blutuntersuchung
Hautbiopsie
Nur so können andere Ursachen ausgeschlossen und eine gezielte Behandlung eingeleitet werden.
Behandlung und Management
Die Behandlung richtet sich nach Ursache und Schweregrad. Tierärztlich empfohlene Massnahmen können umfassen:
entzündungshemmende Medikamente
lokale Wundpflege
Schutz vor UV-Strahlung
Optimierung von Haltung und Fütterung
⚠️ Jede Behandlung sollte in Absprache mit dem Tierarzt erfolgen.
Unterstützende Massnahmen im Alltag
Neben der tierärztlichen Betreuung können unterstützende Massnahmen helfen, das Hautmilieu zu stabilisieren:
trockene, saubere Haltungsbedingungen
Schutz vor intensiver Sonneneinstrahlung
Kontrolle der Weide auf problematische Pflanzen
ausgewogene Fütterung
In bestimmten Situationen greifen Pferdehalter ergänzend zu unterstützenden Produkten wie Sapodoris Regavital, die zur allgemeinen Haut- und Stoffwechselunterstützung eingesetzt werden.
Diese Produkte sind kein Ersatz für eine tierärztliche Behandlung, können jedoch im Rahmen eines ganzheitlichen Managements verwendet werden.
Prognose und Vorbeugung
Der Verlauf kann unterschiedlich sein. Frühzeitige Abklärung und konsequentes Management verbessern die Chancen auf eine stabile Hautgesundheit.
Vorbeugend hilfreich:
Sonnenschutz bei empfindlicher Haut
regelmässige Hautkontrollen
schnelle Versorgung kleiner Verletzungen
Weidemanagement zur Reduktion photosensibilisierender Pflanzen
Fazit
Vaskulitis ist eine häufig übersehene Ursache für hartnäckige Hautprobleme beim Pferd. Wenn Mauke-Behandlungen erfolglos bleiben oder Hautveränderungen an weissen Hautbereichen auftreten, sollte eine tierärztliche Abklärung erfolgen.
Ein ganzheitlicher Ansatz — bestehend aus Diagnose, Management, Umgebungsanpassung und unterstützenden Massnahmen — kann dazu beitragen, die Hautgesundheit langfristig zu stabilisieren.

