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Vaskulitis beim Pferd

Mein Pferd hat Mauke... oder doch nicht?

 
Hier möchte ich einen Fallbeispiel zeigen welches ich vor einiger Zeit bei der Stute einer Kundin gesehen habe.
Die Besitzerin kämpfte seit Monaten bei ihrer Warmblutstute mit Mauke. Alles wurde versucht: verschiendenste Salben zum Schmieren, Parasitenbekämpfungsmittel (gegen Milben), Pilzimpfung, usw usw. Alles erfolglos 😏
Die Stellen wurden immer grösser, die Entzündung machte sich breit, das Pferd wurde immer schwieriger zum behandeln da die Stellen natürlich weh taten und die Pflege blieb somit kompliziert und teils nicht ganz ungefährlich…
 
Als ich die Beine der Stute sah, kam mir sofort in den Sinn, dass es sich um Vaskulitis handeln könnte da ich dies schon bei anderen Kundenpferden gesehen hatte und entsprechend sensibilisiert war.
 

Aber was ist Vaskulitis?

Unter dem Sammelbegriff Vaskulitis (Gefässentzündung) werden Erkrankungen zusammengefasst, bei denen es durch autoimmunologische Prozesse zu Entzündungen von Arterien, Arteriolen, Kapillaren, Venolen und Venen (also Gefässen) kommt. Die Ursachen sind nicht geklärt. Es werden genetische Faktoren in Kombination mit Umwelteinflüssen (Infektionen) vermutet.
Eine klare Diagnose kann nur mittels Hautbiopsie durch den TA erstellt werden.
Die Stellen sind meistens nässrig, es können Krusten entstehen und durch die Entzündung kommt es oft auch zu Ödemen (dicke Beine) die sich dank Bewegung wieder normalisieren.
In chronischen Fällen entsteht eine rauhe, „warzige“ Oberfläche.
Es wird eine Photosensibilität (Lichtempfindlichkeit) vermutet. Neuste Studien lassen auch auf eine Reaktion auf Gras vermuten. Es betrifft meistens nur die weissen Stellen an den Beinen.
 

Wie wurde diese Vaskulitis behandelt?

Bei dieser Stute wurde auf eine Biopsie verzichtet und rein symptomatisch behandelt. Die Beine wurden abgedeckt (lichtundurchlässig) sobald das Pferd auf die Weide ging, die entzündete Stellen wurden mit sanften Pflegeprodukten gereinigt und mit Lotionen / Salben geschmeidig gehalten. Auch die Fütterung wurde umgestellt: es wird nun auf eine zuckerarme Fütterung (möglichst getreidefrei) geachtet, eine gute Mineralstoffversorgung wird gewährleistet und es wird ein Aminosäurenergänzer gegeben, welches sich unterstützend zur Regeneration der Haut sehr gut bewährt hat.
Beispiele solcher Proteinergänzer finden Sie hier. Aber bitte nicht auf gut Glück verfüttern, sondern lassen Sie sich von einem Futterexperten oder Tierarzt beraten!
Die letzten 2 Bilder wurden mir ein paar Wochen später von der Kundin geschickt und man kann deutlich die Abheilung durch das Einhalten des entsprechendes Pflegemanagement feststellen 😊 in diesem Fall haben diese Massnahmen gereicht und es konnte auf die Gabe von Kortison verzichtet werden.
 
Es freut mich sehr, dass es der Stute nun viel besser geht und ich bedanke mich bei der Besitzerin, dass sie mir die Erlaubnis gegeben hat, diesen Fall zu präsentieren.
 
Da dieses Syndrom immer noch von vielen Leuten (inkl. gewissen Tierärzten!) unbekannt ist, möchte ich mit diesem Beitrag darauf aufmerksam machen. Wenn ich dadurch gewissen Pferdebesitzern (und natürlich primär dessen Pferden) somit vielleicht einen langen Leidensweg ersparen kann, habe ich mein Ziel erreicht 😊
Sollte Ihr Pferd also eine langwierige „Mauke“ haben, die sich nicht behandeln lässt, würde ich das Thema ins Auge fassen und es mit dem behandelten Tierarzt besprechen.

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